Über uns
Liebe Besucher,
die Buchhandlung ›Büchergilde – Buch und Kultur‹ ist zwar erst seit Februar 2026 in der Rohrbacher Straße, hat aber eine über 40-jährige Geschichte in der Weststadt.
Wir sind die Nachfolger von Peter Schenks Büchergilde-Buchhandlung, die er wiederum im Februar 1985 als Inhaber übernommen hat. Sein damals umgesetztes und bis zuletzt erfolgreiches Konzept des Laden als sozialen und kulturellen Treffpunkt in der Weststadt zu etablieren, mit dem Kaffeetisch gleichsam als Mittelpunkt, führen wir selbstverständlich weiter.
Die Menschen
Unser Sortiment
Neben dem vollständigen und besonderen Angebot der Büchergilde führen wir auch ausgewählte Bücher anderer Verlage im Sortiment, weshalb bei uns grundsätzlich jedes auf dem deutschsprachigen Markt angebotene Buch erhältlich respektive bestellbar ist. Durch die Mitgliedschaften in und Kooperationen mit dem ›Verein für die Schwarze Kunst e.V.‹ und dem ›MDE – Meister der Einbandkunst – Internationale Vereinigung e.V.‹ möchten wir auch den traditionellen Handwerken des Buchdrucks und Bleisatzes sowie der Buchbinderei eine Öffentlichkeit bieten.
Für uns ist das Buch nicht eine Ware wie jede andere, sondern, um den bedeutenden Typographen Hans Peter Willberg zu zitieren, eine komplexe »Ware sui generis«. Man liest es nicht nur, sondern spürt, riecht und hört es. Es verkörpert Geschichten, den Inhalt und die Beziehung zum Leser. Das Buch ist nicht ohne den Menschen zu denken.
Diesen Anspruch, dass Inhalt und Form einander entsprechen müssen, ›verkörpert‹ die Büchergilde und versuchen wir in unserem Laden umzusetzen.
Die Menschen

Jürgen Franssen
Studium der Klassischen Archäologie, Kunstgeschichte und Christlichen Archäologie in Bonn und Heidelberg.
2003 Promotion in Heidelberg.
Von 2009 bis 2025 freiberuflich tätig in den Bereichen Lektorat und Buchgestaltung sowie Lehraufträge unter anderem an der Universität Heidelberg zu den Themen Wissenschaftliche Textgestaltung und Typographie.
Seit 2013 Inhaber der Buch- und Offset-Druckerei › AK Werkstatt für handwerkliche Druckkunst ‹ in Mannheim, deren Buchdruckbereich 2019 nach Wieblingen überführt, durch weitere Erwerbungen, v.a. der historischen Ernst-Engel-Presse, mit Pressen und zahlreichen Schriften erweitert wurde und mittelfristig dem Buchladen als offene Werkstatt angegliedert werden soll.
2013 auch Gründungsmitglied und seit 2015 Vorsitzender des › Vereins für die Schwarze Kunst e. V. ‹ und seit Februar 2026 Inhaber der Heidelberger Buchhandlung ›Büchergilde – Buch & Kultur‹.
Nisani Bührlein
Nach einem Studium der Pädagogik und Germanistik studierte ich an der Akademie der Bildenden Künste in Mainz.
Zu den Schwerpunkten zählten und zählen Objekte aus Tonerden, handgeschöpften Papieren, Wachs, Wolle und Filz. Vielseitiges Experimentieren in Grafik und Malerei, insbesondere im Holzschnitt bei Professor Winfried Virnich.
Das Studium erfolgte intensiv in der Klasse Fotografie bei Professor Vladimir Spacek.
Unter Professor Dieter Kissling entstanden Installationen und Videoarbeiten zu Zeit- und Raumwahrnehmung.
Die erneute Arbeit mit Ton als Werkmaterial eröffnet weitere Experimentiermöglichkeiten.
Büchertürme – oder wie ich zur Hochstaplerin wurde
Es war die Theodor-Heuss-Stadtteilbibliothek in Berlin-Schöneberg und ich war 14. Fasziniert versuchte ich zu durchdringen nach welcher Struktur die Fachbereiche und Gattungen sortiert waren. Ich war beeindruckt von dem, was ich sah. Regale bildeten und bilden wie in jeder Bibliothek die Struktur, das Gerüst für die innere Architektur eines Bibliotheksgebäudes. Selbstverständlich reihten sich die Bücher verschiedener Größe in den Regalsegmenten aneinander. Die in den Maßen größeren Werke erwarteten mich in der Abteilung Kunst und Kunstgeschichte. Die Buchrücken verrieten Künstler oder Kunstepoche. Ein schöner Unterschriftzug mit dem wohlklingenden Namen Max Ernst sprach mich an. Ich zog den hohen Katalog heraus. Er wog schwer, er war glatt. Ich schlug ihn auf, erblickte das Werk ›Die Einkleidung der Braut‹ und schlug ihn entsetzt wieder zu. Als könnte mich dieser gemalte Alptraum angreifen, schob ich den Katalog eilig in das Regal zurück. Eine Anekdote mit Folgen. Ich studierte später neben Germanistik, Kunst und Kunstgeschichte. Ich war in diesen jungen Jahren irritiert, besorgt, neugierig geworden. Ein Buch war ein Fenster und eine Leiter zu einer Welt geworden, die mir fremd war, aber unglaublich anziehend.
Zuhause besaß ich kein Regal, einige Bücher wohl. Geschenke eines deutschen Pfarrerehepaares meiner Eltern. Noch heute bin ich ihnen insbesondere für die exzellente Auswahl der Bücher dankbar, Autoren, die ich später meinen beiden Söhnen vorlesen sollte. Die in großer Menge ausgeliehenen Bücher mimten nun meinen Besitz. Ich begann die Bücher zu stapeln, erst nach Größe, dann nach Inhalt, dann nach ›gelesen‹ und schließlich in einer Mischung aus allem. Die Stapel sollten stabil stehen und gleichzeitig meine Lesechronologie beweisen, aber in erster Linie erfüllten sie mich mit Freude und gaben mir inneren Halt. Das ist in Kürze meine Geschichte.





